Die Stadt Greding zeigt im Archäologiemuseum vom 22. Juni bis 12. Juli 2026 die Ausstellung „MUT.“ der Hilpoltsteiner Künstlerin Astrid Harrer. Die Vernissage findet am 21. Juni als geschlossene Veranstaltung für geladene Gäste statt.
„MUT.“ ist eine ebenso berührende wie bewegende Schau, die sich einem großen Wort widmet – und zugleich zeigt, dass Mut bei Harrer kein abstrakter Begriff ist, sondern in ihren ausdrucksstarken Bildern sichtbar, spürbar, greifbar wird.
Schon beim ersten Blick auf Astrid Harrers Werke entsteht ein Eindruck, der sich kaum auf Distanz halten lässt: Diese Bilder sprechen – nicht in Worten, sondern in ihren tiefgründigen Farben. Sie tragen eine emotionale Wucht, die sich nicht aufdrängt, aber unmittelbar berührt. Was sich darin zeigt, ist das Weibliche – nicht als Klischee, nicht als Pose, sondern als Erfahrungsraum, als Identität, als Körper, als Stimme. Harrer richtet ihren Blick auf Frauen, doch nicht im Sinne eines bloßen Abbildens, sondern als ein Erkennen: ein Wahrnehmen jener inneren Bewegungen, die Frauen prägen und verwandeln. Viele ihrer Figuren durchlaufen eine stille Metamorphose – sie behaupten sich, sie öffnen sich, sie schützen sich, sie setzen sich neu zusammen. Sie begegnen dem Publikum auf Augenhöhe: verletzlich und verwundbar, aber zugleich auch trotzig, zärtlich, kraftvoll.
Harrers Malerei verbindet gegenständliche Präzision mit symbolischer Tiefe. Die farbigen Brüche, Risse und Übergänge, die sich durch manche Körper ziehen, wirken wie sichtbare Spuren gelebter Biografien. Ihre Farbigkeit ist kein dekoratives Mittel, sondern eine Haltung: ein Aufleuchten gegen das Verstummen, ein Sich‑Zeigen gegen das Sich‑Verkleinern. In vielen Werken scheint es, als würde Farbe selbst zur weiblichen Stimme – eine Stimme, die sich erhebt, ohne laut zu werden.
Dass Harrer das Malen nach einer persönlichen Zäsur wiederentdeckte, verleiht ihrer Arbeit eine besondere Authentizität. Musik, Worte, Erinnerungen und innere Prozesse fließen in ihre Motive ein. Ihre Bilder sind nicht nur Darstellungen, sondern Dialoge: mit sich selbst, mit dem Weiblichen, mit dem Mut, den es braucht, um sichtbar zu werden. Sie erzählen von Verletzlichkeit, die nicht Schwäche ist, und von Stärke, die keine Härte braucht.
„MUT.“ ist eine Ausstellung, die Frauen in ihrer Vielschichtigkeit zeigt: gebrochen und leuchtend, zweifelnd und entschlossen, verletzlich und kraftvoll. Eine Ausstellung, die hinschauen lässt. Und eine, die – ganz leise – auch den eigenen Mut berührt.
Die Ausstellung ist vom 22. Juni bis 12. Juli 2026 während der Öffnungszeiten im Archäologiemuseum Greding zu sehen. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.
