Schon früh wurden das Bistum, das Hochstift und die Residenzstadt Eichstätt mit dem Gedankengut der Reformation konfrontiert, das vor allem aus den benachbarten fränkischen und schwäbischen Territorien stammte. Hinzu kam die wachsende Unzufriedenheit der Bauernschaft in wirtschaftlichen, sozialen und seelsorgerischen Belangen. Diese Faktoren öffneten der evangelischen Bewegung im eichstättischen Fürstentum Tür und Tor. Das Ergebnis war Hass gegen den Klerus und reiche Klöster sowie Erbitterung über die Missstände in der Kirche. Die Gredinger Bauern schlossen sich in ihren Forderungen eng den berühmten „Zwölf Artikeln“ der schwäbischen Bauern an, die zahlreiche Missstände anprangerten. Die Reformation war dabei nicht die eigentliche Ursache für den Ausbruch der Unruhen im fürstbischöflichen Territorium, wirkte jedoch als Katalysator, der die Ereignisse beschleunigte.
Ende April 1525 erhoben sich zahlreiche Bauern im Gebiet der nordwestlichen Stiftsgrenze. Ausgangspunkt des Aufstands war das markgräflich-ansbachische Thalmässing. Von dort zogen die Bauern – nicht nur aus dem Hochstift, sondern auch aus angrenzenden Territorien – auf den Hofberg bei Obermässing. Dort nahmen sie das bischöfliche Schloss, den Sitz des Eichstätter Pflegers (Verwalters), ein und richteten ihre Kriegskanzlei und ihr Lager ein. Anführer des sogenannten „Mässinger Haufens“ war Leonhard Zegelin aus Lintach.
Bereits einen Tag später erschien der Haufe, inzwischen auf 800 Mann angewachsen, vor den Mauern Gredings. Die bischöfliche Stadt öffnete dem Bauernheer ohne Kampf ihre Tore. Dies führte später zum Urteil Bischof Gabriels, Greding habe mit den Aufständischen gemeinsame Sache gemacht und „sy nit lanng vor den thoren lassen steen, sunder eingelassen“.
In Greding wurde der bischöfliche Richter mit seiner Frau ausgeraubt, der Getreidekasten (Vorratslager) geplündert und im Rathaus die Kriegskanzlei als organisatorisches Zentrum des Mässinger Haufens eingerichtet.
