Der Bauernaufstand von 1525

Eines der einschneidendsten Ereignisse in der Geschichte Gredings fällt in das frühe 16. Jahrhundert. Im Zuge der Bauernaufstände von 1525 wurde Greding zu einem Mittelpunkt schwerer Unruhen innerhalb des Hochstifts Eichstätt.

Schon früh wurden das Bistum, das Hochstift und die Residenzstadt Eichstätt mit dem Gedankengut der Reformation konfrontiert, das vor allem aus den benachbarten fränkischen und schwäbischen Territorien stammte. Hinzu kam die wachsende Unzufriedenheit der Bauernschaft in wirtschaftlichen, sozialen und seelsorgerischen Belangen. Diese Faktoren öffneten der evangelischen Bewegung im eichstättischen Fürstentum Tür und Tor. Das Ergebnis war Hass gegen den Klerus und reiche Klöster sowie Erbitterung über die Missstände in der Kirche. Die Gredinger Bauern schlossen sich in ihren Forderungen eng den berühmten „Zwölf Artikeln“ der schwäbischen Bauern an, die zahlreiche Missstände anprangerten. Die Reformation war dabei nicht die eigentliche Ursache für den Ausbruch der Unruhen im fürstbischöflichen Territorium, wirkte jedoch als Katalysator, der die Ereignisse beschleunigte.

Ende April 1525 erhoben sich zahlreiche Bauern im Gebiet der nordwestlichen Stiftsgrenze. Ausgangspunkt des Aufstands war das markgräflich-ansbachische Thalmässing. Von dort zogen die Bauern – nicht nur aus dem Hochstift, sondern auch aus angrenzenden Territorien – auf den Hofberg bei Obermässing. Dort nahmen sie das bischöfliche Schloss, den Sitz des Eichstätter Pflegers (Verwalters), ein und richteten ihre Kriegskanzlei und ihr Lager ein. Anführer des sogenannten „Mässinger Haufens“ war Leonhard Zegelin aus Lintach.

Bereits einen Tag später erschien der Haufe, inzwischen auf 800 Mann angewachsen, vor den Mauern Gredings. Die bischöfliche Stadt öffnete dem Bauernheer ohne Kampf ihre Tore. Dies führte später zum Urteil Bischof Gabriels, Greding habe mit den Aufständischen gemeinsame Sache gemacht und „sy nit lanng vor den thoren lassen steen, sunder eingelassen“.

In Greding wurde der bischöfliche Richter mit seiner Frau ausgeraubt, der Getreidekasten (Vorratslager) geplündert und im Rathaus die Kriegskanzlei als organisatorisches Zentrum des Mässinger Haufens eingerichtet.

Handschriftliches Dokument mit brauner Tinte auf altem Papier und einem geprägten Siegel unten mittig.

Brief des Mässinger Haufens, verfasst im Gredinger Rathaus (Kriegskanzlei). Das Schriftstück trägt das Siegel von Feldhauptmann Wolf Haggenmüller und zeigt Rechen, Dreschflegel, Mistgabel und Pflugschar.

In den folgenden Tagen versuchten die Aufständischen, die benachbarten bischöflichen Städte Berching und Beilngries als Verbündete zu gewinnen. Dies scheiterte jedoch, da beide Städte dem Bischof treu blieben. Aus Rache plünderte und zerstörte das erzürnte Bauernheer, inzwischen fast 2000 Mann stark, das Benediktinerkloster Plankstetten, nur wenige Kilometer von Berching entfernt.

Erst Anfang Mai gelang es Bischof Gabriel von Eyb (1496 – 1535) mit Hilfe der Landesherren der Nachbarterritorien – insbesondere durch Pfalzgraf Friedrich von Neumarkt, der für sein Eingreifen mit 1000 Gulden entlohnt wurde – den Aufstand niederzuschlagen und Greding zurückzuerobern. Die Stadt leistete erneut keinen Widerstand. Bei einem umgehend abgehaltenen Standgericht wurden im Beisein des Rates und der Bürgerschaft zwei Hauptleute der Bauern enthauptet. Die Befestigungsmauer Gredings sollte ursprünglich wegen der gezeigten Illoyalität geschleift werden, was eine Rückstufung zum Dorf bedeutet hätte. Diese Strafe wurde jedoch nur angedroht und nie ausgeführt.

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